| Hinweise zu Wandtafeln nach DIN 1052 |
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| Geschrieben von: Wolfgang Döking |
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Allgemeines zu Wandtafeln: Wandtafeln sind Flächentragwerke die in Ihrer Ebene wirkende Kräfte aufnehmen und weiterleiten können. Sie werden zur Aufnahme von vertikal und horizontal wirkenden Kräften verwendet. Somit dienen Wandtafeln mit ihrer Scheibentragwirkung zur Aussteifung zum Beispiel von Gebäuden. Diese Eigenschaft bekommen die Wandtafeln durch die Zusammenwirkung der vertikalen und horizontalen Holzrippen mit einseitiger oder zweiseitiger Beplankung. Der Verbund von Rippen und Beplankung erfolgt im Allgemeinen über mechanische Verbindungsmittel wie Nägel oder Schrauben. Der Verbund kann in Einzelfällen auch über Verklebungen erstellt werden. Im Programm-System TW-Solution erfolgt der Nachweis über die mechanischen Verbindungsmittel.Konstruktive Regeln: Laut DIN 1052 (2004) müssen die Nachweise für die Wandtafel unter Einhaltung einiger konstruktiver Regeln geschehen. Diese dienen der Erleichterung der Nachweisführung, weil dadurch spezielle Nachweise wie zum Beispiel Kippen und Knicken von Rippen entfallen. Regeln für die Rippen: Die Wandtafeln müssen an allen Rändern durch Randrippen begrenzt sein. Der Abstand (ar)der parallel zu einem Rand verlaufenden Innenrippen darf nicht größer sein als 50mal die Dicke der Beplankung (t). Die auf Druck und Biegung beanspruchten Rippen gelten in Wandebene als genügend gegen Kippen und Knicken gesichert, wenn sie mit einer beidseitig aussteifenden Beplankung kontinuierlich verbunden sind. Die kontinuierliche Verbindung wird folgend bei den Regeln die für die Verbindungsmittel beschrieben. Das Selbe gilt für Rippen mit einseitig aussteifender Beplankung wenn das Seitenverhältnis der Rippen h/b den Wert 4 nicht überschreitet. Regeln für die Platten der Beplankung: Die Platten der Beplankung werden parallel oder senkrecht zu den verlaufenden Rippen in Reihe angeordnet. Die Platten müssen in Rippenlängsrichtung immer auf den Rippen gestoßen werden. Freie Ränder der Platten sind bei Wandtafeln nicht erlaubt. Aus diesem Grund müssen die Platten an den Stoßfugen senkrecht zu den Rippen mit Stoßhölzern versehen werden um den Schubfluss zu garantieren. Wobei Wandtafeln ohnehin nur einen Vertikalstoß der Platten aufweißen dürfen. Die Mindestbreite der Platten beträgt h/4. Regeln für die Verbindungsmittel: Eine kontinuierliche Verbindung von Rippen und Beplankung darf angenommen werden, wenn der Abstand der Verbindungsmittel (av)entlang der Plattenränder bei Nägeln und Klammern maximal 150 mm und bei Schrauben maximal 200 mm beträgt. Im Bereich der Innenrippen einer Platte darf der Verbindungsmittelabstand nicht größer 300 mm sein. Der Verbindungsmittelabstand darf allgemein das Maß 20mal d (d = Verbindungsmitteldurchmesser) nicht unterschreiten. Bei den Platten und Rippen muss der Randabstand der Verbindungsmittel mindestens (a2,c) betragen. Wobei bei Rippen mit Beanspruchung senkrecht zur Rippenlängsachse andere Verbindungsmittelabstände maßgebend werden können. Regeln zu Öffnungen in der Beplankung: Öffnungen dürfen zur Berechnung der Beanspruchungen nur vernachlässigt werden, wenn sie die Maße 200 x 200 mm nicht überschreiten. Treten mehrere Öffnungen in einer Wandtafel auf, darf die Summe der Öffnungslängen und die Summe der Öffnungshöhen 10 % der Gesamtlänge oder Gesamthöhe nicht überschreiten. Statischer Nachweis der Wandtafel mit TW-Solution nach DIN 1052 (2004):Mit der Eingabe der System-Geometrie, der Angaben zur Beplankung, der Rippenquerschnitte, und der Verbindungsmittel kontrolliert das Programm TW-Solution Wandtafel ob mit den Eingabewerten die oben angezeigten konstruktiver Regen eingehalten sind. Das Programm ermittelt Ihnen die Bemessungswerte der Einwirkungen auf Grundlage des Sicherheitskonzeptes der DIN 1055-100. Es werden die Faktoren der Lasteinleitungsdauer und der Nutzungsklasse mit berücksichtigt. Die für die erfolgenden Nachweise relevanten Lastkombinationen werden in der Ausgabe angezeigt. Die Bemessungswerte der Widerstände werden unter der Berücksichtigung des Modifikationswertes (kmod) ermittelt. Dieser bezieht den Einfluss von Holzfeuchte und Lasteinwirkungsdauer mit ein, weil der Tragfähigkeitswiderstand vom Werkstoff Holz von diesen Parametern abhängig und nicht zu vernachlässigen ist. Die Streuung der Materialeigenschaften, die Modellunsicherheiten und die angestrebten Sicherheitsabstände auf der Widerstandseite werden wie üblich mit dem Teilsicherheitsbeiwert (γm) berücksichtigt. Der Bemessungswert einer Festigkeit Xd im Holzbau berechnet sich mit der Formel Xd = kmod • fk/ γm . Es folgt die Nachweisführung der einzelnen Bauteile. Die Querschnittstagfähigkeitsnachweise der der Rippen, wie Druck und Zug in der Randrippe und die dazugehörige Schwellenpressung werden geführt. Für die Bemessung der auf Schub beanspruchten Beplankung erfolgen die Spannungsnachweise in vertikaler und horizontaler Richtung. In der Ausgabe wird Ihnen separat für jeden Nachweis, unter Angabe der maßgebenden Lastkombination, lediglich der jeweilige Ausnutzungsgrad angezeigt. Ein kurzer und prägnanter Statikausdruck ist die Folge. Der Bemessungswert der zu verankernden Zugkraft der Randrippe wird Ihnen angegeben. Hiermit können Sie individuell mit dem von Ihnen bevorzugten Dübelbemessungsprogramm das notwendige Befestigungsmittel festlegen. Abschließend bekommen Sie noch die erforderlichen Randabstände und Einbindetiefe der Verbindungsmittel ausgegeben.
Literatur: Steck / Nebgen; Holzbau kompackt; 2. Auflage Berlin: Bauwerk, 2008; Kapitel 11 Scheiben aus Tafeln Holschemacher, Klaus (Hrsg.); Entwurfs- und Berechnungstafeln für Bauingenieure; 3. aktualisierte und erweiterte Auflage; Berlin: Bauwerk, 2007 DIN 1055-100 (03.01) DIN 1052 (2004) |



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Vielen Dank.